Impulse 04 im April 2019



Jetzt ist ein guter Einstiegszeitpunkt

2018 erzielten japanische Aktien die schlechtesten Ergebnisse im Asien-Pazifik-Raum. Wird es 2019 so weitergehen? „Nein“, sagt Christophe Braun, Investment-Spezialist bei Capital Group. Für ihn sprechen vier Gründe gegen eine Wiederholung in diesem Jahr.

Das vergangene Jahr war für japanische Aktien durchaus herausfordernd. Vor allem im vierten Quartal 2018 lieferte das Land die schlechtesten Ergebnisse unter den entwickelten Märkten in der Region Asien-Pazifik. Trotz einer leichten Besserung zu Beginn des neuen Jahres blieb ein wirklicher Aufwärtstrend jedoch aus. Die Folge waren niedrige Bewertungen auf dem japanischen Aktienmarkt, die bis heute sichtbar sind.

Für Anleger könnte diese Ausgangslage einen guten Einstiegspunkt darstellen – schließlich sind viele der negativen Faktoren bereits eingepreist worden, etwa das nachlassende Wirtschaftswachstum in China. Vor diesem Hintergrund wollen wir vier Gründe hervorheben, warum Anleger jetzt in japanische Aktien investieren sollten.

Die historische Profitabilität japanischer Unternehmen

Viele japanische Unternehmen sind zunehmend profitabel, hauptsächlich aufgrund eines strukturellen Wandels. Dies hat in der Tat zu historisch hohen Betriebsgewinnmargen im Jahr 2018geführt – dem höchsten Stand seit Jahrzehnten. Hinzu kommt: Die Gewinnschwelle, also der Punkt, an dem der Verkaufserlös den Kostenentspricht, ist deutlich gesunken. Ein Großteil davon ist auf drastische Kostensenkungen japanischer Unternehmen seit der globalen Finanzkrise im Jahr 2008 zurückzuführen. Die variablen Kosten sind um rund 2 Prozent gesunken. Und auch die Fixkosten sind im Zehn-Jahres-Vergleich um ein Prozent gesunken. Zudem dürfte sich ein schwächerer Yen ebenfalls positiv auf die Gewinne japanischer Unternehmen auswirken, sowohl für Exporteure als auch für inländische Firmen.

Niedrigere Bewertungen – historisch und im Ländervergleich

Wir glauben, dass die Bewertungen der Aktienmärkte im Vergleich zum historischen Verlauf und im Verhältnis zu anderen Ländern durchaus Chancen für Anleger bieten. Schauen wir auf die Daten des Tokyo Stock Price Index (TOPIX), weisen japanische Aktien auf 12-Monats-Sicht eingeschätztes Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 12 auf. Dieser Wert liegt immerhin am unteren Ende der Spanne nach der globalen Finanzkrise von 2008. Im Gegensatz dazu ist laut S&P 500 das KGV für die nächsten 12 Monate in den USA auf mehr als 15 angestiegen. Zwar notiert das japanische KGV noch immer unter dem Niveau von Europa und den USA. Dennoch hat sich der Abstand zwischen der in Japan und in anderen Ländern erzielten Eigenkapitalrendite in den vergangenen Jahren sichtbar verringert. Wir sind der Meinung, dass es viele Gründe zu der Annahme gibt, dass sich japanische Unternehmen weiter darum bemühen werden, ihre Eigenkapitalrendite zu verbessern. Insbesondere, da sich die Gewinnmargen der Unternehmen auf historischen Höchstständen befinden, obwohl diese teilweise durch einen niedrigeren Kapitalumschlag ausgeglichen werden. Unterstützt wird diese Entwicklung von einem starken Druck auf die Unternehmen, ihre Aktionärsrendite durchverschärfte Corporate-Governance-Standards zu steigern.

Verbesserungen bei Governance-Richtlinien

2015 wurden in Japan neue Grundsätze zur Unternehmensführung sowie ein überarbeiteter Kodex für verantwortliches Verhalten institutioneller Anleger verabschiedet. Ziel dieser Änderungen war es, die Richtlinien für Umlaufkapital zu verbessern. Seitdem haben sich unserer Meinung nach die Corporate Governance und die Aktionärsrendite japanischer Unternehmen deutlich verbessert. Zu den neuen Standards der Unternehmensführung gehört beispielsweise die Empfehlung, dass mindestens ein Drittel der Verwaltungsratsmitglieder unabhängig sein sollte. Bis dahin mussten Unternehmen lediglich über drei unabhängige Verwaltungsratsmitglieder verfügen. Zudem sind Unternehmensführungen angewiesen, ihre Aktionärsrendite zu steigern, was sich in einer steigenden Quote für Dividendenausschüttungen zeigt. Die Gesamtausschüttungsquote japanischer Unternehmen beträgt zwar immer noch nur 39 Prozent: 29 Prozent in Form von Dividenden und rund 10 Prozent in Form von Aktienrückkäufen. Natürlich liegen diese Zahlendeutlich unter den ihrer europäischen und US-amerikanischen Pendants.

Inflationsaussichten

Obwohl sich die japanische Wirtschaft noch weit entfernt vom 2-Prozent-Inflationsziel der Bank of Japan (BoJ) befindet, hat bereits eine gewisse Reflation einsetzt. So scheint sich die Arbeitslosenquote Japans an einem Wendepunkt zu befinden: Die natürliche Arbeitslosenquote(„Natural Rate of Unemployment“) wird derzeit auf etwa 2 Prozent geschätzt. Sollte diese Quote fallen, könnte das nach unserer Einschätzung zum Einsetzen eines starken Lohnwachstums führen. Zuvor hatte der Anstieg der Zahl der Teilzeitbeschäftigten im Niedriglohnsektor das Gesamtlohnwachstum gedämpft. Doch mittlerweile wächst die Zahl der Vollzeitbeschäftigten, die in die Arbeitnehmerschaft eintreten, ebenso schnell wie die der Zahl der Teilzeitbeschäftigten. Die Abenomics genannte Geld- und Steuerpolitik von Premierminister Shinzo Abe hat seit ihrer Einführung 2012 zu einem Anstieg weiblicher Arbeitnehmer geführt.

Durch die stärkere Erwerbsbeteiligung von Frauen sowie älteren Menschen konnte die Regierung den Druck auf die Lohnkosten pro Arbeitnehmer reduzieren. Das führte in der Folge zu einem Anstieg des gesamten Arbeitseinkommens. Zwar beobachten wir, dass die japanische Arbeitnehmerschaft stärker wird. Aber die Beteiligung älterer Menschen am Arbeitsmarkt erscheint uns auf lange Sicht nicht nachhaltig. Erschwerend kommt hinzu, dass die große Gruppe von Baby-Boomern, die den Arbeitsmarkt in den vergangenen Jahren unterstützt hat, allmählich kleiner wird. Das wird voraussichtlich erhebliche Auswirkungen auf die angespannte Lage am japanischen Arbeitsmarkt haben. Der Regierung um Premier Shinzo Abe ist sich der alternden Bevölkerung deutlich bewusst. Deshalb hat sie frühzeitig Maßnahmen etabliert, die den kommenden demografischen Verwerfungen entgegenwirken sollen. Flankiert wird dieses Bestreben von Bemühungen, ausländische Arbeitskräfte und Touristen anzuziehen, etwa durch eine Lockerung der Visabestimmungen. Und auch der Durchschnittslohn pro Arbeiter hat zugenommen. Unserer Einschätzung nach weist auf eine Verbesserung des Lohndrucks nach oben hin, was sich wiederum günstig auf die Inflation auswirken sollte.

Dieser Artikel erschien am 12.04.2019 unter folgendem Link:https://www.dasinvestment.com

Kontaktieren Sie uns einfach! - Besuchen Sie uns auch unter www.fondsaktiv.de

Vermögensverwaltung aktuell +9,52%
Lesen Sie das aktuelle Factsheet auf unserer Website fondsaktiv.de indem Sie auf das Logo klicken

Frohe Ostern wünscht
das fondsaktiv-team
Beratung: Karina Wendler - Telefon 03431 605920 - e-mail: k.wendler@fondsaktiv.de
Empfehlen Sie uns - Ein zufriedener Kunde - ein Gutschein für Sie!

Diese eMail erhalten Sie als Kunde oder Interessent von fondsaktiv.de . Sollten Sie keine weitere Zusendung wünschen bzw. diese eMail versehentlich erhalten haben, bitten wir Sie eine eMail an post(at)fondsaktiv.de zu senden. Der Newsletter stellt keine Anlageberatung dar. Wir danken für Ihr Interesse.

fondsaktiv.de - Karina Wendler - Hauptstr. 56 - 04720 Westewitz/Döbeln - St.-Nr. 230/286/03460 - Copyright 2019